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Franz Rector, gebürtig in Neuss am
Rhein, kam 1921 im Alter von 23 Jahren nach Bingen. Er übernahm
als gelernter Maschinensetzer die Leitung der
Maschinensetzter-Abteilung der "Mittelrheinischen Volkszeitung".
Hier arbeitete er bis 1936 in seinem Fachgebiet, aber auch als Journalist
und redaktioneller Mitarbeiter zahlreicher Publikationensorgane seiner
Zeit. Er war darüber hinaus in der Friedensbewegung und in der
katholischen Kirche engagiert. Wegen seines Engagements war er während
des Naziregimes mit Berufsverbot belegt. Er verlohr seine Stellung und übersiedelte
daraufhin mit seiner Familie nach Frankfurt. Da er dort weniger bekannt
war, bekam er eine Anstellung als Schriftsetzter, später als Korrektor.
Nach dem 2. Weltkrieg eröffnete er , zurückgekehrt nach Bingen,
eine Kunst- und Literaturstube . Später übernahm er ein Reformhaus. Nach
dem Krieg war er massgeblich am kulturellen und sozialen Wiederaufbau der
Stadt Bingen beteiligt. Als Mitglied der "Binger Freilichtbühne"
und Leiter der "Spielleute Gottes" sowie des
"Pfarrjugend-Orchesters" erwarb er sich große Verdienste.
Folgerichtig wurde er zum ersten Kulturreferenten des Landkreises und von
1945-1950 zum ersten Kulturreferenten der Stadt Bingen berufen. So war
Franz Rector auch zusammen mit Pfarrer Heberer und Peter Welter Mitbegründer
der Binger Volkshochschule. Er wirkte organisatorisch und künstlerisch an
vielen Veranstaltungen mit, war Mitarbeiter und Autor von "Glaube und
Leben" und zeichnete für vielgestaltige Artikelserien der
Heimatjahrbücher des Landkreises Mainz-Bingen verantwortlich. Seit 1951
war er bei der Mainzer Verlagsanstalt als Korrektor und Mitarbeiter der
Redaktion Bingen tätig. Sein besonderes Interesse galt der George-
und Hildegard-Forschung, die zu dieser Zeit völlig brach lagen, und die
erst durch sein aussergewöhnliches Engagement wieder ins Licht, zumindest
der Binger Öffentlichkeit, gelangten. Franz Rector wirkte noch bis zu
seinem Tode 1964 für ein menschliches und geschichtsbewusstes Bingen
sowie für die kulturelle Vielfalt in seiner Heimat.
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