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Die Internetpräsenz von Stefan George ist meinem Großvater Franz Rector gewidmet. Er war der erste Kulturreferent des Landkreises und der Stadt Bingen und glühender George-Verehrer und Forscher. Eine Reihe von Bildern und Dokumenten dieser Seite sind aus dem Nachlass von Franz Rector.  Franz_Rector.jpg (7690 Byte)
Franz Rector (1898-1964)

Franz Rector, gebürtig in Neuss am Rhein, kam 1921 im Alter von 23 Jahren nach Bingen. Er  übernahm  als gelernter Maschinensetzer  die Leitung der Maschinensetzter-Abteilung der "Mittelrheinischen Volkszeitung". Hier arbeitete er bis 1936 in seinem Fachgebiet, aber auch als Journalist und redaktioneller Mitarbeiter zahlreicher Publikationensorgane seiner Zeit. Er war darüber hinaus in der Friedensbewegung und in der katholischen Kirche engagiert. Wegen seines Engagements war er während des Naziregimes mit Berufsverbot belegt. Er verlohr seine Stellung und übersiedelte daraufhin mit seiner Familie nach Frankfurt. Da er dort weniger bekannt war, bekam er eine Anstellung als Schriftsetzter, später als Korrektor. Nach dem 2. Weltkrieg eröffnete er , zurückgekehrt nach  Bingen, eine Kunst- und Literaturstube . Später übernahm er ein Reformhaus. Nach dem Krieg war er massgeblich am kulturellen und sozialen Wiederaufbau der Stadt Bingen beteiligt. Als Mitglied der "Binger Freilichtbühne" und Leiter der "Spielleute Gottes" sowie des "Pfarrjugend-Orchesters" erwarb er sich große Verdienste. Folgerichtig wurde er zum ersten Kulturreferenten des Landkreises und von 1945-1950 zum ersten Kulturreferenten der Stadt Bingen berufen. So war Franz Rector auch zusammen mit Pfarrer Heberer und Peter Welter Mitbegründer der Binger Volkshochschule. Er wirkte organisatorisch und künstlerisch an vielen Veranstaltungen mit, war Mitarbeiter und Autor von "Glaube und Leben" und zeichnete für vielgestaltige Artikelserien der Heimatjahrbücher des Landkreises Mainz-Bingen verantwortlich. Seit 1951 war er bei der Mainzer Verlagsanstalt als Korrektor und Mitarbeiter der Redaktion Bingen tätig. Sein besonderes Interesse galt der  George-  und Hildegard-Forschung, die zu dieser Zeit völlig brach lagen, und die erst durch sein aussergewöhnliches Engagement wieder ins Licht, zumindest der Binger Öffentlichkeit, gelangten. Franz Rector wirkte noch bis zu seinem Tode 1964 für ein menschliches und geschichtsbewusstes Bingen sowie für die kulturelle Vielfalt in seiner Heimat.